Zeit für einen Raku Brand

Ja, es wurde mal wieder Zeit. Zeit für einen Raku Brand. Endlich ist der lange, lange Winter vorbei, der neben anderen Nachteilen für mich vor allem den mit sich bringt, dass ich im Winter normalerweise kein Raku brennen kann. Es darf an einem Brenntag nämlich weder regnen oder schneien, es darf nicht gefroren sein, starker Wind ist auch von Übel. Das bedeutet, dass von Dezember bis März meistens Brennpause ist, weil das Wetter einfach keinen Brand zulässt. Am ersten Märzwochenende konnte ich brennen, danach war wieder Pause bis heute. Es war zwar ziemlich windig, aber noch tolerabel, also hieß es heute morgen meinen geliebten Raku Brennofen in den Hof tragen, die Gasflasche rauskramen, den Ofen füllen und los.

Wer meinen Blog schon länger verfolgt, dem werden die Strandspaziergang Vasen (die mit den Rippen) bekannt vorkommen, die standen heute auch auf dem Brennplan. Ansonsten kann man auf diesem Bild des gefüllten Ofens sehen, dass da noch ziemlich viel Platz drin ist. Dichter kann man die Keramik aber nicht stellen, da ja alles bei erreichen der Endtemperatur mit einer Zange herausgeholt werden muss. Aus dem gleichen Grund kann man keine Etagen einbauen, wie es sonst in einem Brennofen üblich ist.
Nun also Deckel zu, Gasbrenner anzünden, Feuer marsch! Etwa eine Stunde braucht der Ofen, bis die beim Raku Brand üblichen 1000°C erreicht sind.

In der Zwischenzeit bereite ich den Sandkasten vor, in dem nach dem Herausholen das Räucherfeuer stattfinden wird. Größere Stücke bekommen ihre eigene Mulde mit Sägespänen, für die Kleinteile ist der Graben gedacht. Links an der Mauer lehnen die Zangen, mit denen die Keramik gleich aus dem Ofen genommen wird.

Durch die Öffnung im Ofendeckel kann ich sehen, wie der Ofen und die Keramik darin langsam zu glühen beginnen. Ab ca. 850°C beginnt die Glasur auszuschmelzen, richtig glattgeschmolzen ist meine Raku Glasur aber erst bei 1000°C. Bis dahin fehlen beim Blick auf’s Thermometer aber noch fast 50°.

Das Rausholen der Keramik, nachdem die Endtemperatur erreicht wurde, kann ich leider nicht fotografieren, da mir dazu das zweite Paar Arme fehlt. ;-) Aber hier sieht man schön, wie sich im Sandbett die Sägespäne an der heißen Keramik entzünden und der Räucherbrand einsetzt.

Mit Sand zugedeckt kühlen die Raku Stücke dann erst einmal ab. In der Zwischenzeit fülle ich den Ofen erneut und starte einen weiteren Brand. Bevor dieser fertig ist, müssen diese Stücke natürlich ausgegraben werden, um Platz für die des Folgebrandes zu machen. Darum kommt zur Beschleunigung der Abkühlung meistens eine Gießkanne zum Einsatz. Heute war es aber so windig, dass das nicht sehr oft nötig war.

Über die darauffolgenden Raku Brände mehr an den kommenden Tagen…

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