Schwemlinger Kunsthandwerkermarkt 2016

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Schönstes winterliches Wetter zum Schwemlinger Kunsthandwerkermarkt am 2. Advent – zum ersten Mal auf dem Gelände der Gärtnerei Eden-Bohr. Diese unerschrockene Dame in Badekleidung testet die Temperatur im Schwimmteich, das Wasser war allerdings etwas zu hart zum Schwimmen. Daher bevorzugten sowohl Besucher als Aussteller auch etwas dickere Kleidung. :-)

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Sogar Susanne Bartrams Keramikfischen war es anscheinend zu kalt im Wasser.

Vergangenes Jahr war ich zum ersten Mal zum Schwemlinger Kunsthandwerkermarkt im Advent eingeladen, damals zum 25jährigen Jubiläum fand der Markt zum letzten Mal rund ums Forsthaus Merzig-Schwemlingen mitten im Wald statt. Das alte Gelände hatte eine sehr schöne, ganz besondere Atmosphäre, hatte aber auch seine Tücken für die Aussteller, weil es teilweise sehr schräg war (was habe ich letztes Jahr meine Tische unterbauen müssen, bis sie einigermaßen gerade standen!!!) und bei nassem Wetter recht matschig, wogegen dann nur noch Stroh half. Da dieser Platz nun nicht mehr zur Verfügung steht, war es aber sehr schön, dass ganz in der Nähe ein neuer gefunden wurde. Familie Bohr von der dortigen Gärtnerei erklärte sich bereit, die Markttradition fortzuführen und so waren diesmal alle ganz gespannt, wie der Markt denn auf dem neuen Gelände so sein würde.

Kunsthandwerkermarkt schwemlingen

Er war auf alle Fälle erfolgreich, an Besuchern herrschte zwei Tage lang kein Mangel. Hier interessierte Damen am Stand von Barbara Rummel. Für uns Aussteller ist es einfacher, weil besser zu befahren, viel ebener und es gibt auch insgesamt mehr Platz. Die Atmosphäre ist anders, aber auch sehr schön. Die unterschiedlich gestalteten Gartenbereiche, in denen die Stände aufgestellt wurden, machen das Gelände irgendwie heimelig. Immer eine Gruppe Stände, dann geht es über Brücken oder Gartenpfade zum nächsten kleinen Platz mit neuen Ständen.

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Hier der Stand von Ute Matschke und Maria Meyer mit ihrem zauberhaften Keramikgeschirr, bunt und verspielt.

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Gleich daneben Franz-Josef Vancks Bildhauerkunst in Stein und Metall.

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Kraftvoll und klar ist das Design des Geschirrs vom Keramikerkollegen Hans-Georg Fischer.

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Und da gegenüber stand schließlich mein Stand.

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In der Badewanne wäre es übrigens auch nicht wärmer gewesen. :-)

Angesichts des Winterwetters bin ich ganz froh, dass der Schwemlinger Kunsthandwerkermarkt meine letzte Marktveranstaltung dieses Jahres war, jetzt ist erst einmal Pause bis Ostern in Luxemburg auf der Emaischen. Wetterunabhängig hat mein Onlineshop natürlich durchgängig geöffnet.

Cyanotypie auf Keramik – betörend blau

Naked Raku Keramik mit Cyanotypie

Endlich ist es soweit! Meine ersten betörend blauen Cyanotypien auf Naked Raku Keramik Objekten sind entstanden!

Zwei Jahre sind schon vergangen seit meinem Kurs in Cyanotypie (einem frühen fotografischen Verfahren, mehr im entsprechenden Blogbeitrag) an der Kunstakademie Trier. Selbstverständlich entstand schon damals die Idee, diese Technik auf Keramik umzusetzen. Ich habe damals auch entsprechende Versuche gemacht, um festzustellen, ob das überhaupt geht und wenn ja, wie. Nachdem mir das technische Vorgehen dann klar war, wanderte das Vorhaben allerdings erst einmal in tiefere Hirnschichten. Irgendwie fühlte ich, dass ich noch Zeit brauchte, um mir darüber klar zu werden, WIE die Umsetzung denn dann letztendlich aussehen sollte. Aber in den vergangenen Wochen war es dann endlich soweit. Auch der strahlende Sonnenschein der letzten Zeit spielte eine Rolle, denn die Cyanotypie auf Keramik braucht Licht. Denn unter dem Einfluss von Licht entwickelt sich in einem photochemischen Prozess dieses wundervolle Blau. Strahlendes Sonnenlicht ist dafür am besten geeignet.

img_6883Die Ausgangschemikalien sind interessanterweise nicht im geringsten blau. :-)

Es handelt sich um Ammoniumeisen (III)-citrat links und Rotes Blutlaugensalz rechts. Beides übrigens erfreulich ungiftig.
Diese Salze werden in destilliertem Wasser gelöst. Mit der Mischung der Lösungen entsteht eine lichtempfindliche Flüssigkeit, diese darf also nur im Dunkeln aufbewahrt werden. Unter Lichteinfluss entsteht eine stabile blaue Farbe.

Das ist übrigens schon lange bekannt, die alte Technik des Blaudrucks auf Textil beruht auf diesem Prozess. Und in den Frühzeiten der Fotografie entstand im Jahre 1841 das erste Photobuch überhaupt (über Meerespflanzen) verfasst von der Engländerin Anna Atkins. Natürlich habe ich auch recherchiert, ob es Beispiele für Cyanotypie auf Keramik gibt. Auf englisch gegooglet habe ich ein paar gefunden, aber wirklich nur ein paar. Keine in Verbindung mit Naked Raku Keramik. Doch genau diese Kombination macht die Sache für mich interessant. Auf „normaler“ niedrig gebrannter Keramik ist der Effekt nämlich ganz schön, aber in Verbindung mit den Effekten des Raku Brandes viel aufregender.

Cyanotypie auf Keramik

Bei meinen ersten Stücken nun habe ich ganz schlicht Pflanzen genutzt, um ein Photogramm zu erhalten. Ganz so wie Anna Atkins. Selbstverständlich kann ich aber auch mit Negativen arbeiten, das wird auch noch kommen.

Cyanotypie auf Keramik

Durch Teilbelichtungen kann ich mit verschiedenen Blautönen arbeiten, auch sehr reizvoll. Inspiration für diese Keramik ist ein von Farnen umwachsener Baumstumpf im Wald.

Keramik Hildegard SchemehlAm vergangenen Wochenende nun fand in Raeren in Belgien der Euregio Keramikmarkt statt und ich konnte meine ersten Keramik Cyanotypien dort präsentieren.

Zu meiner großen Freude habe ich beim diesjährigen Marktwettbewerb den 3. Preis gewonnen. Und da der Euregio Keramikpreis ein sogenannter Ankaufspreis ist, man dem Töpfereimuseum Raeren also für das Preisgeld Keramik für deren Sammlung verkauft, wird nun eine meiner ersten Keramik Cyanotypien dort im Museum stehen, das macht mich sehr glücklich. Das zweite ausgewählte Objekt ist übrigens ein *Gefäß für Gedanken*, auch das ist mir eine große Ehre.

Naked Raku Keramik mit Cyanotypie

Dies ist das für das Museum gewählte Stück, ein Dosenobjekt mit Abschluss und Deckel mit dem Abdruck von alten Eichenbalken gestaltet. Dazu dann die Cyanotypie von Eichenblättern auf Naked Raku Keramik.

Die Preisträger des Euregio Keramik Wettbewerbs (neben mir dieses Jahr Petra Wolf und Christine Möhring)gestalten im Folgejahr eine gemeinsame Ausstellung im Töpfereimuseum Raeren, dann möchte ich natürlich neue Keramiken in dieser Technik präsentieren. Es bleibt spannend. :-)

Als Schlussbild als Gegengewicht zu all dem Blau aber noch ein Bild mit in der Abendsonne rot leuchtenden Keramiken meines Kollegen John Townsend vom Euregio Keramikmarkt 2016.

John Townsend pottery

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Holzstrukturen und Raku – so faszinierend!

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Das ist Holzkohle.

Holzstrukturen in Raku Keramik

Doch DAS ist Keramik!

Holzstrukturen in Raku Keramik

Und das hier auch.

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Strukturen in Holz können von großer Schönheit sein. Schon länger locken sie mich. Neben Jahresringen fasziniert mich vor allem das Muster, das beim Verbrennen entsteht, wenn aus Holz Holzkohle wird. Und die Farbe von Holzkohle entspricht in ihrem silbrigen Antrazith ziemlich genau der beim Raku Brennen enstehenden Einfärbung durch Rauch. Nicht wirklich verwunderlich, in beiden Fällen ist es Kohlenstoff, der die Färbung bedingt.

Aber wie nun die Holzstrukturen in Raku Keramik verwirklichen? Und wie das Ganze gestalterisch umsetzen?

Glücklicherweise waren da die alten Eichenbalken unseres ehemaligen Dachstuhls. Nach dessen Erneuerung brachten wir es einfach nicht übers Herz, sie zu entsorgen, auch wenn wir nicht wirklich eine Idee haben, was wir damit anfangen sollen. Dieses alte Eichenholz hat bei der Verwitterung die gleichen Strukturen wie verbrennendes Holz entwickelt. Im Gegensatz zu Holzkohle ist es aber fest, so dass ich einen Abdruck davon nehmen kann.

Polierte Keramik

Da ich keine Gefäße gestalten wollte, die man genauso gut aus Holz hätte schnitzen oder drechseln können, entschied ich mich dann für diese hohe gedrehte Form, die als Abdeckung den Positivabdruck der Holzstrukturen erhielt. Als Variante auch mit dem Abdruck von Jahresringen. Alles sorgfältig ganz glatt poliert. Und die Keramik kann variabel verschlossen als Dosenobjekt oder geöffnet als Vasenobjekt dienen.

Dosenobjekt im Raku Brand

Im Raku Räucherfeuer durfte das „Holz“ dann schließlich doch brennen. Die Wandung ist entsprechend der Naked Raku Technik mit Trennschlicker und Glasur beschichtet, das ergibt nachher ein schönes weiches Krakelee- und Pünktchenmuster auf dem handschmeichlerisch glatt polierten Ton.

Naked Raku Keramik beim AbkühlenBeim Abkühlen zeigte sich schon die perfekte Einfärbung der Raku Holzstrukturen und die schöne Naked Raku Zeichnung der Wandung. Auf den Sägespänen sieht man die bereits abgesprungene Glasurschicht, die Trennschicht muss noch abgewaschen werden.

Dosenobjekt Naked Raku Keramik

Dieses Gefäß gefiel mir schließlich von allen am besten. Darum wurde es auch mein Beitrag zur Ausstellung „Feuerspuren“ im Keramikmuseum Westerwald in Höhr-Grenzhausen.

Ich denke, dieses Thema „Holzstrukturen“ wird meine Raku Keramik eine Weile begleiten. :-)

Dosen- oder Vasenobjekt Naked Raku Keramik

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Feuershow zum Keramikmarkt Höhr-Grenzhausen

Feuershow Keramimarkt Höhr-GrenzhausenEine ziemlich feurige Show zeigte die spanische Gruppe estudi ceràmic am Abend des ersten Markttages in Höhr-Grenzhausen. Immer am 1. Wochenende im Juni (außer in 2017, da wird es eine Woche später) findet in Höhr-Grenzhausen im Westerwald der Internationale Keramikmarkt statt. Dieses Jahr zum ersten Mal mit großer Feuershow am Samstagabend.

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Am frühen Abend sind bereits rätselhafte Installationen auf dem Lagueliaplatz zu sehen. Und in dem Ufo, das links auf den Ziegelsteinen gelandet ist, ist leichte Feuerglut erahnbar. Bei dem *Ufo* handelt es sich um einen transportablen Brennofen, die Ziegelsteinkonstruktion darunter ist die Feuerung, der Ofen wird nämlich mit Holz gebrannt. Insgesamt aber alles noch eher unspektakulär. Es wird auch noch drei Stunden dauern, bis der Ofen seine Endtemperatur erreicht hat und – noch viel wichtiger für den Showeffekt – bis es endlich dunkel ist.

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Nach Einbruch der Dunkelheit glüht der Brennofen schon wesentlich beeindruckender. Kurz bevor ich dieses Foto geschossen habe, wurde Holz in die Feuerung geschoben, der Ofen reagiert sofort mit dem Ausstoß von Qualmwolken und langen Reduktionsflammen am Ende der Schornsteine.

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Dann beginnt die Show. Auf der Töpferscheibe wird ein Gefäß gedreht, dieses mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und, ganz ehrlich, so schnell vom Formen zum Brennen von Keramik, das habe ich auch noch nicht gesehen. :-) Und DANN geht es richtig los!

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Der Brennofen wird geöffnet. Mit einem Haken nach einer der glühenden Keramiken gegriffen.

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Wow, ein Außerirdischer! Aber klar, er kommt ja auch aus einem Ufo.

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Nachdem der heiße Kopf bedrohlich an den Zuschauern vorbeigeschwenkt wurde, glühend auf einem der Podeste.

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Doch damit nicht genug, nun kommt wieder die mysteriöse brennbare Flüssigkeit zum Einsatz (echt keine Ahnung, was das war, es darf ja nicht explodieren). Wagemutig wird sie in die obere Öffnung gefüllt.

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Und schon beginnt der Kopf lichterloh zu Brennen.

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Weitere *Ausserirdische* folgen.

Feuerspektakel Höhr-Grenzhausen

Großes Finale der Feuershow! Der Ofen wird mit Kleinholz beschickt, das ihn förmlich zum Explodieren bringt!

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Ein riesiger Feuerball!

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Zum Schluß der Feuershow steht alles in Flammen. Der Ofen und alle draußen stehenden Keramiken brennen, brennen, brennen. Fantastisch!

Vielen Dank an estudi ceràmic für dieses tolle Feuerspektakel!!! Auf ihrer facebookseite gibt es noch mehr davon zu sehen.

Kunstforum – Rückkehr in die Posthalterei Thurn und Taxis

IMG_6178Unter den barocken Gebäuden am Marktplatz in Wittlich ist sie nun wieder ein Schmuckstück: Sorgfältig restauriert bietet die ehemalige Posthalterei Thurn und Taxis von außen und innen eine Bereicherung des Wittlicher Stadtbildes. Im ersten und zweiten Stock wurden Ausstellungsräume eingerichtet, als eine der ersten Veranstaltungen fand in den beeindruckenden Räumen vom 15. bis 17. April das 4. Kunstforum der Volksbank Raiffeisenbank Wittlich statt.

 

Eine Rückkehr, denn diese im Dreijahresrythmus stattfindende Ausstellung war bei ihrer zweiten Auflage im Jahr 2010 am selben Ort zu Gast. Im damals noch unrenovierten Gebäude spürte man den Glanz vergangener Tage genauso wie die Kratzer, die die Jahre in diesem Glanz hinterlassen hatten, eine ganz besondere Atmosphäre. Doch ohne Restaurierung wäre das Gebäude verfallen, umso schöner, dass sie so gut gelungen ist!

 

IMG_6173 Die Räume an der Frontseite sind nicht nur vom Gang aus zu erreichen, sondern auch untereinander jeweils durch Türen verbunden. Dies ergibt schöne Sichtachsen und interessante Perspektiven auf die ausgestellte Kunst.
Vom großen Mittelraum hier der Blick in das Zimmer, in dem ich und die Goldschmiedin Astrid-Anna Eltges ausstellten.

4. Kunstforum Wittlich Alte PosthaltereiHier der umgekehrte Blick. Mit Werken von Franz Bermes (Holz), Liane Deffert (Keramik/Filz), Burkhard Bumann-Döres (Bronzen) und im angrenzenden Zimmer von Franz Markus Schrot (Glas).

Mit den Mitteln meines Kameraobjektivs war es allerdings schwierig, in „meinem“ schmalen Raum brauchbare Bilder zu fotografieren.

Kunstforum VVR Wittlich Posthalterei Thurn und Taxis

IMG_6168Die Waldwächter fanden in einer schönen runden Nische Platz.

Gefäß für Gedanken Naked Raku KeramikDieses Gefäß für Gedanken zeigte ich auf der Ausstellung zum ersten Mal:

Im Aufwind kreisend-
höher und höher

weit gespannt die Flügel
die Erwartungen
der Raum

 

 

 

Schmuck Astrid-Anna EltgesIm selben Raum stellte die Goldschmiedin Astrid-Anna Eltges aus Großlittgen aus. Individuell auf die Persönlichkeit des Trägers hin angefertigter Schmuck aus Edelmetallen, echten Steinen und Perlen ist das Markenzeichen ihrer Werkstatt.

Schmuck Astrid-Anna EltgesUnd mal näher betrachtet.

Schale Franz BermesEine gedrechselte Schale aus Kirschbaumholz von Franz Bermes. Mit ihm habe ich schon oft zusammen ausgestellt, zum 2. Kunstforum teilten wir uns den selben Raum. Auch bei der jährlichen Ausstellung der Gruppe Werkform in Trier kann man seine Arbeiten sehen. Und auf einigen Kunsthandwerkermärkten.

Vase Franz BermesHier ein Vasenobjekt aus Nussbaum.

Bronzen Bumann-DöresBurkhard Bumann-Döres arbeitet mit diversen verschiedenen Werkstoffen, dieses Bild zeigt zwei ausgestellte Frauenfiguren aus Bronzeguss.

Bronze Burkhard Bumann-DöresAuch ein Blick auf’s Detail macht Freude.

Kalligraphie Renate WeiseDass mir die Arbeiten von Renate Weise gut gefallen, ist wohl nicht weiter erstaunlich. Denn Thema ihrer Bilder ist die Verbindung von Kalligraphie und bildnerischer Darstellung. Und auch sie schreibt viele der verwendeten Gedichte selber.
Hier ein eigener Text schriftkünstlerisch kombiniert mit einer Monotypie.

Malerei Nies van DijkVöllig anders dieses Stillleben von Nieske van Dijk. Dieses Ölbild könnte sowohl vom Sujet als auch stilistisch vor einigen hundert Jahren in der Werkstatt einen holländischen Meisters entstanden sein. Passt natürlich hervorragend in das Barockgebäude der Posthalterei.

Malerei Nies van DijkDieser herbstliche Wald lädt zum Spaziergang ein.

 

Leider ist es mir nicht möglich, alle 21 für das Kunstforum ausgewählten Künstler hier vorzustellen und die Dauer der Ausstellung von zwei Tagen plus Eröffnungsabend war natürlich sehr kurz. Ich kann also nur bedauernd sagen, dass alle, die keine Gelegenheit zum Reinschauen hatten, etwas verpasst haben. Dieser Film des OK Wittlich zeigt aber noch einiges und vermittelt einen Eindruck vom großen Andrang zur Vernissage: https://www.youtube.com/watch?v=ogrOqEjd9_c

Als Schlussbild Tuschen auf Reispapier von Stephan Quappe-Steffen, auf einer Südostasienreise frühmorgens vor Ort entstanden.

Tuschzeichnungen Stephan Quappe-Steffen

Wie es beim vorheringen 3. Kunstforum in Himmerod war, können Sie HIER und HIER und HIER nachlesen.

Emaischen 2016

Péckvillchen Kiebitz

Das war mal ein abwechslungsreiches Wetter zur diesjährigen Emaischen in Luxemburg am Ostermontag: Regen in allen Variationen. Garniert mit Wind in allen möglichen Stärken.

Dieses Kiebitz Péckvillchen hat sich prompt einen Schnupfen eingefangen. :-(

Aber was ganz toll war, es kamen dennoch erstaunlich viele Leute. Offensichtlich kann einen richtigen Luxemburger nichts vom Besuch der Emaischen abhalten. Ich habe auch fleißig Kiebitze verkauft.

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Und hier ein paar unabschreckbare Marktbesucher mit passender Ausrüstung.

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Auch Alina Penningers Stand trotzt dem Regen, aber ein gewisser Grauschleier lässt sich nicht verleugnen.

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Das luxemburgische Fernsehen war auch da und unter folgendem Link http://www.rtl.lu/kultur/893082.html finden Sie den Fernsehbericht (ein Stück weit die Seite runterscrollen, unter dem Titel 189. Emaischen an der Stad (28.03.2016)). In meinem Stand haben sie auch gefilmt, allerdings sind nicht meine Péckvillchen reingekommen, sondern komischerweise ein paar Schweinchen, fast ganz am Schluss des Beitrags. Ansonsten kann man mal sehen, wie viele verschiedene Péckvillercher jedes Jahr auf der Emaischen angeboten werden. Wobei viele Stände mit schönen selbstgemachten Vögelchen leider gar nicht in dem Beitrag auftauchen. Falls Sie kein Luxemburgisch verstehen, die interviewten Besucher erzählen davon, wie wichtig ihnen der Termin ist, manche kommen extra aus dem Urlaub zurück, andere erinnern sich daran, dass sie schon als Kind jedes Jahr einen Pfeifvogel bekommen haben. Es ist Tradition, Wetter hin, Wetter her!

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Falls Sie lieber sehen wollen, wie dieser Markt bei Sonnenschein aussieht, dann schauen Sie mal HIER in meinen Beitrag von 2014. Da kam sogar der leibhaftige Erbgroßherzog vorbei. Dieses Jahr blieb der im Trockenen, was ich auch gut verstehen kann. ;-)

Na, nächstes Jahr wird das Wetter bestimmt wieder besser! :-)

Ein paar Kiebitze sind übrigens noch zu haben, zur Zeit in meinem DaWanda-Shop zu finden.

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Bodenvasen – das Streben nach Höherem

Bodenvasen Keramik

Bodenvasen sind zur Zeit glaub‘ ich nicht DAS Must-Have, das jeder Haushalt haben möchte. Aber alle paar Jahre mal gibt es doch eine Bestellung und es macht dann richtig Spaß, nach Höherem zu streben. :-)

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Bei dieser Form mit deutlich abgesetztem Hals ist es sinnvoll und am einfachsten, die Vase aus zwei Teilen zusammenzusetzen. Damit sie fertig die gewünschte Höhe von 40cm hat, muss die frisch gedrehte Bodenvase ca. 45cm hoch sein. Denn durch die sogenannte Schwindung, den Größenverlust beim Trocknen und Brennen von Keramik, muss ich bei den Maßen 13% dazurechnen, damit die fertige Keramik die richtige Größe hat. Aus 4,5kg Ton habe ich den unteren Teil gedreht, aus 2kg den Hals. Beide Teile standen zwei Tage zum Trocknen, sind nun abgedreht und warten darauf, zusammengesetzt zu werden.

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Beim Drehen habe ich gut auf passende Durchmesser geachtet, schließlich muss es nachher auch zusammenpassen. Auch über die richtige Formgebung und zueinander passende Größenverhältnisse muss ich mir schon vor dem Drehen Gedanken machen. Und nun ist der Moment der Wahrheit da – gut gemessen! :-) Also kann ich die Bodenvase jetzt zusammensetzen.

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Die Nahtstellen müssen sehr gut aufgeraut werden, damit sie sich sicher verbinden.

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Dann kommt rundherum Tonschlicker als „Klebstoff“ dazu.

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Die beiden Teile schön exakt aufeinander platzieren und alles gut verstreichen.

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Es ist eine schöne spannungsvolle Form geworden. Als Gestaltungselement und damit man sie besser greifen kann, habe ich dem Hals der Vase dann noch Rillen verpasst.

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Und weil’s so schön war, sind es gleich zwei Bodenvasen geworden. :-) Hier mal im Größenvergleich mit einer Zwergenvariante, einer Gänseblümchenvase. Danach langsam und gut trocknen.

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Ein paar Wochen später, nach dem Trocknen, Schrühbrennen und Glasieren endlich der Glasurbrand und ein gespannter Blick in den frisch geöffneten Ofen. Sind die Bodenvasen schön geworden und heil geblieben?

Bodenvasen Keramik

Alles wunderbar! :-) Bestellungen dieser Art nehme ich übrigens jederzeit gerne entgegen. ;-)

Péckvillchen 2016, mal kiebitzen?

Péckvillchen 2016, Kiebitz

Ist es etwa schon wieder Zeit für die Ostervögelproduktion? Der Blick in den Kalender sagt eindeutig JA! Schon wieder Zeit für’s Péckvillchen.
Immerhin habe ich mir bereits im Herbst überlegt, welches Vorbild die diesjährige Vogelpfeife haben soll. Meine Wahl ist auf den Kiebitz gefallen. Einen großen Schwarm dieser schönen Vögel gab es früher auch hier im Wittlicher Tal, aber ich habe sie schon seit Jahren nicht mehr gesehen, es ist einfach zu viel Lebensraum weggefallen. Nun gibt es wenigstens welche aus Keramik…

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Aus diesen zwei Stückchen Ton soll bald ein Kiebitz schlüpfen???

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Noch stehen die künftigen Péckvillchen recht kopflos auf dem Brett herum.

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Mit etwas Tonschlicker als Klebstoff verbinde ich Kopf und Körper des Vögelchens.

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Jetzt noch ein bisschen am Hals kitzeln. :-)

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Und natürlich braucht das Péckvillchen auch Augen.

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Dann noch nett frisieren…

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…Füßchen anmodellieren, Jahreszahl und Werkstattzeichen einritzen. Und das Allerwichtigste, die Pfeife stechen. Denn ein unmusikalisches Péckvillerchen geht GAR NICHT!!!

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Jetzt können die Vogelpfeifen erstmal am warmen Ofen stehen und trocknen, bevor es weiter geht.

Wenn Sie noch nie etwas von Péckvillchen gehört haben, was jetzt nicht so ungewöhnlich ist, wenn Sie nicht aus Luxemburg stammen oder schon länger meinen Blog verfolgen, dann finden Sie z.B. HIER und HIER und HIER ältere Blogbeiträge zu diesem Thema. :-)

Letzter Raku Brand vorm Winter

Raku Keramik brennen

Ende November, es ist winterlich geworden, doch ich musste unbedingt noch einen Raku Brenntag einlegen, bevor die Raku Keramik in die Winterpause geht. Am Montag war es zumindest trocken, nicht sehr windig, Temperaturen knapp über 0°C. Die äußeren Umstände waren also akzeptabel. Ich musste mich natürlich selbst schön warm anziehen, denn so einen wärmenden Blick in den Brennofen gab es immer nur kurz, dann wenn der Brand beendet war und das Ausräumen des Ofens begann.

IMG_5384Die restliche Zeit war eher eisig. :-(

Die bei niedrigen Temperaturen vereisende Gasflasche ist einer der Gründe, warum sich Winter und Raku Brand nicht vertragen. Durch das Eis an der Flasche sinkt der Gasdruck. Wenn nicht genügend Gas zur Verbrennung bereitsteht, dann steigt die Temperatur im Brennofen irgendwann immer langsamer, schlimmstenfalls gar nicht mehr. Dann hat man ein Problem…

Aber am Montag hat alles noch einigermaßen funktioniert.

Naked Raku KeramikSo konnte ich z.B. dieses schöne Gefäß für Gedanken, das man auf dem oberen Bild noch rotglühend im Ofen sehen kann, eine halbe Stunde später aus dem Räuchermaterial ausgraben. Wie immer hilft eine kurze Dusche, dass die Abkühlung zum Schluss schneller geht. Damit schnell wieder Platz für die nächsten Keramiken ist, die aus dem Ofen kommen.

Schale Naked Raku KeramikDurch den Wasserdampf kann ich schon sehen, dass es gelungen zu sein scheint. Wie immer ein froher Moment!

RakuAuch die neuen Einzelblütenvasen sehen gut aus. Es muss natürlich noch alles von Ruß und Sägespänen befreit werden.

Wenn Sie mehr über Rakubrand lesen möchten, dann schauen Sie z.B. HIER.

IMG_5388Ein weiterer Nachteil des Winters ist, dass es so früh dunkel wird. Statt der geplanten fünf Brände wurden es dann doch sechs und beim Ausräumen des letzten Brandes war es schon ganz schön abendlich. Kurz vor 17:00 Uhr konnte ich den Mond neben dem zum endgültigen Abkühlen des Brennofens geöffneten Deckel fotografieren.

IMG_5386Während der leere Brennofen noch glühte wie Abendrot…

Kachelofen Raku KeramikIch war dann recht froh, nach einem langen Arbeitstag wieder ins Warme zu kommen. Eine gute Gelegenheit, hier mal unseren Kachelofen vorzustellen. Der hat, wie es sich gehört, selbstgefertigte Raku Kacheln. Unten einfach nur schwarz eingeraucht, die anderen Kacheln schlicht weiß glasiert, das Raku Krakelee ist Dekor genug. In der Nische ein Horntier und zwei Keramiken einer guten Freundin, der Keramikerin Laure Popoff aus Luxemburg.

IMG_5320Rund um die Feueröffnung ist der Kachelofen nur schlicht verputzt. Das Warmhaltefach darüber eignet sich, wie man sieht, hervorragend zum beschleunigten Trocknen von dringend benötigten Keramiken.

Ich denke, jetzt in der Vorweihnachtszeit werde ich es noch öfter benötigen. :-)

 

Muschel oder Koralle?

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Die nach meiner Meinung beste Methode zum Finden neuer Formen ist die, beim Arbeiten immer schön die Augen offen zu halten. Eigentlich arbeitete ich an einem ganz anderen Projekt, das sich allerdings als Sackgasse erwies. Stattdessen öffnete sich ein anderer Weg, der zu diesen neuen Vasenformen führte.

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Die Ausgangsform ist noch recht langweilig, erinnert mich irgendwie an Maultaschen… (das geht jetzt nicht gegen Maultaschen, aber bei denen ist ja das Innenleben das Wichtige ;-) )

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Wenn ich aber beherzt die Schlinge ansetze und dieser Form eine Rippenstruktur gebe, verwandelt sie sich zu einer kleinen Schönheit. :-)

Irgendwie habe ich bei all meinen bisherigen Arbeiten (z.B. HIER und HIER) mit Rippenstruktur immer die Assoziation zu Meereslebewesen. Auch bei diesen neuen Einzelblütenvasen ist das wieder so. Interessanterweise ergibt sich aber durch einen kleinen Unterschied in der Bearbeitung einmal die Anmutung einer Muschel, einmal die einer Koralle.

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Im Moment sind die neuen Objekte zum Schrühbrand im Ofen, zum Wochenende hoffe ich auf gutes Wetter zum Raku Brennen. Mal schauen, wie sie dann nach dem Rakubrand daherkommen.