Ausstellung „Verborgen“

Ausstellung in der Kellergalerie Rieping/Wittlich im November / Dezember 2008

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Verborgen, es war kurz nach meiner gemeinsamen Ausstellung “Seiten” mit Annette Schiffmann, dass mir dieses Thema in den Sinn kam. Und ich wußte auch schon sehr bald, wo ich diese Ausstellung gerne zeigen wollte. Nämlich in der Kellergalerie, das ist ja ganz offensichtlich einfach der passende Ort zum Thema. Außerdem fühle ich mich dort gleich doppelt am richtigen Ort, seit ich mich durch die Entwicklung der Gefäße für Gedanken auch mit dem Schreiben eigener Texte beschäftige. Wo sollten die sich wohler fühlen als in einer Buchhandlung?

Abe, nachdem die Ausstellung “Gefäße für Gedanken” die Verbindung von Form, Oberfläche und Text zum Thema hatte, liegt mein Schwerpunkt diesmal wieder stärker auf der Suche nach Formen und Bildern, als nach Worten.

Eine thematische Ausstellung ist für mich sowieso wie eine Geschichte. Der Anfang, wo ich nach einem Zugang zum Thema suche, aus den ersten Gedanken folgen andere, die Arbeit nimmt einen Weg, bis sie in einer Art Fazit mündet. Dann habe ich das Gefühl, nun habe ich gesagt, was ICH sagen konnte.

Dieses Mal sind übrigens fast alle Ausstellungsstücke innerhalb sehr kurzer Zeit entstanden, nämlich erst im Laufe des vergangenen Septembers. Einerseits ist das natürlich riskant, denn wenn da etwas schiefgegangen wäre… Was ja vor allem beim Rakubrennen ganz und gar nicht auszuschließen ist! Aber es ging alles gut. Andererseits finde ich es auch schön, wenn die Arbeit und die Ausstellung zeitlich so nah zusammenliegen, dann bin ich einfach noch im Thema drin.

Den Gang meiner Gedanken habe ich im Aufbau der Ausstellung aufzugreifen versucht und möchte ihnen jetzt davon erzählen.

„Verborgen“ – den Sinnen entzogen. Eigentlich ja ein widersprüchlicher Titel, ist das Wesen einer Ausstellung doch das Zeigen. Anfangs ein Thema, das es mir nicht leichtmacht. Unzugänglich ist. Ich beginne mit einer Suche.

Wie können die Orte des Verborgenen aussehen, wo versteckt es sich?

Unzugänglich, die Orte, die mir den Zutritt verweigern.

Durch Sperren, Gitter, Dornen. Hinter Mauern. Aber auch unter schönen, glatten Oberflächen kann es einen Raum geben, der sein Geheimnis nicht verrät.

Diesen Raum gibt es auch in uns selbst.

Auch wir errichten Mauern zu unserem Schutz. Verstecken uns hinter der schönen Oberfläche. Sind stets zur Verteidigung bereit, wie die Wespen in ihrem Nest. Aber sehnen uns dennoch nach Offenheit und Austausch. Für mich steht für diese Sehnsucht das Motiv des Fensters, das ich hier zweimal im Text verwende. Wir bleiben in unserem Raum, schauen aber nach außen, und wer weiß, vielleicht schaffen wir es ja auch, das Fenster zu öffnen. Oder unser Wespennest gar zu verlassen.

Da ist schließlich so vieles, was es zu entdecken gäbe. Vor unseren Augen, doch wir sehen es trotzdem nicht. Laufen daran vorbei. Was kennen wir überhaupt von der Welt? Sie ist so groß und so vielfältig, es ist schlicht unmöglich, alles kennenzulernen. Und gleichzeitig gibt es ein ganzes Universum im Kleinen, das sich vor uns verbirgt. Schon ein Samenkorn könnte uns zum Staunen bringen.

Trotzdem bahnt sich natürlich vieles selber seinen Weg ans Licht, in unser Bewußtsein. Bleibt nur die Frage, in wieweit sollten wir dem Offensichtlichen trauen.

Denn was sagt das, was er zeigt, wirklich über einen Menschen?

Und andersherum, was ändert die Dunkelheit an unserer Umgebung, außer, daß wir sie nicht sehen können?

Ich glaube, alle Formen der Wahrnehmung sind wichtig, um den Geheimnissen der Welt nachzuspüren. Dann ist auch Dunkelheit kein bedrohlicher Zustand mehr, sondern die Chance, bisher Unbeachtetes zu bemerken.

Wenn ich also mein Gefühl zum Ende meiner Beschäftigung mit dem Verborgenen beschreiben soll, dann fällt mir dazu der Ausdruck des „Geborgenen“ ein. Als ein Zustand fern von aller Beunruhigung.

Auch wenn es uns verborgen ist – alles ist da.

Nachdem ich nun ausführlich von meinen Gedanken erzählt habe, möchte ich zum Schluß aber noch jemand anderen zu Wort kommen lassen, nämlich den Schriftsteller Khalil Gibran.

Er sagte: Die Kunst ist ein Schritt vom sichtbaren Bekannten zum verborgenen Unbekannten.

Ich hoffe, daß mir in dieser Hinsicht ein kleiner Schritt gelungen ist.

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