Keramikzeit (Blog)

Neuigkeiten aus der Keramikwerkstatt, von Ausstellungen und Märkten, tolle Keramikerkollegen und manches mehr, willkommen in meinem Keramik Blog!

Ausstellung Keramik Preis Raeren

Endlich war es am 19. November soweit, die Keramik Ausstellung der Preisträgerinnen des Keramikmarkts Raeren 2016 (das Titelfoto des Blogbeitrags zeigt die vom Museum angekaufte Keramik) wurde im Haus Zahlepohl vis-à-vis vom Töpfereimuseum Burg Raeren eröffnet. Es ist schon über ein Jahr her, dass mir auf diesem Markt der 3. Preis zuerkannt wurde, ich war aber gar nicht so böse drum, dass sich die Ausstellung um ein paar Monate verzögerte. So hatte ich ausreichend Zeit, neue Stücke zu schaffen, auch neue Cyanotypie Keramiken, die ja besonders viel Aufwand erfordern.

 

 

 

 

Gefäß für GedankenDie erste Keramik meiner Ausstellungsbeiträge ist aber ein neues Gefäß für Gedanken.  

Wende die alten Steine –
ein kurzer Blick nur auf flüchtige Tage
Sie geh’n in die Vergangenheit zurück

Drehe mich um
zur Zukunft

 

 

 

 

Raku Dose mit SteinStein zu Stein. In diesem Fall zwei Dosen aus Naked Raku Keramik mit gefundenen Steinen kombiniert.

 

 

 

 

Naked Raku KeramikJahresringe. Ein großes Dosenobjekt mit eingebranntem Farn, ein kleineres Dosenobjekt und eine Jahresring Schale aus Nakes Raku Keramik.

 

 

 

 

Cyanotypie KeramikDann endlich neue Cyanotypie Keramiken. Auch hier habe ich wieder das Motiv der Jahresringe aufgegriffen. Der Titel dieser Arbeiten ist Vergehen und Werden. Der Buchenbaum ist gefällt, der zurückbleibende Stumpf wird über die Zeit langsam verrotten. Doch noch für einige Jahre wird die Geschichte des Baumes am Holz ablesbar sein. Gleichzeitig geht der ewige Kreislauf des Lebens weiter, neue Pflanzen und Bäume werden heranwachsen. Ernährt vom dem, was vergeht. Beide Keramiken tragen die durch die fotografische Technik der Cyanotypie erzeugten Bilder von Farnen und einem jungen Buchenbäumchen.

 

 

 

 

Cyanotypie Keramik FarnFarne eignen sich einfach wunderbar für Cyanotypien. Drei Objekte mit Farn und Nachfaltern. Die Abbilder der Insekten erzeuge ich übrigens mit Negativen, es kommt also kein Tier zu Schaden.

 

 

 

 

Eine von der Form eines Baumstamms inspirierte Naked Raku Keramik im Hintergrund, im Vordergrund ein der Form einer Eichel nachempfundenes Dosenobjekt. Ja, genau das, das ich auf meinem vorigen Blogbeitrag zum Waldspaziergang mitnahm! Wenn Sie den Waldspaziergang mit Keramik verfolgen, dann haben Sie vielleicht schon ein paar Keramiken wiedererkannt. Es ist mein momentanes künstlerisches Thema, also ist auch mein Beitrag zur Preisträger Ausstellung ein Waldspaziergang mit Keramik geworden, unvermeidlich.

 

 

 

 

cyanotype ceramicsAuf der letzten Station dieser Ausstellung trete ich jedoch aus dem Wald heraus. Da steht noch ein Baum am Wegrand, dann begleiten mich Wiesen auf dem Rückweg. Die Cyanotypie von Baum am Wegrand (das Vasenobjekt im Hintergrund links) ist komplett durch Belichtung eines Negativs entstanden. Auf den anderen Keramiken habe ich wieder echte Pflanzenteile mit kleinen Negativen kombiniert. So kann ein kleiner Nachtfalter die Blüten des Geißblatts besuchen und ein großer Grashüpfer durch die Ackerwinde krabbeln.

 

 

 

 

Und dann blicken wir uns um – denn da sind ja noch zwei andere Ausstellerinnen.

 

 

 

 

Keramik Petra WolfPetra Wolfs Keramiken liebe ich ja sowieso. :-) Farblich extrem zurückhaltend kommen die Strukturen ihrer Arbeiten umso besser zur Geltung. Was der Ton an Texturen, Brüchen, Linien – kurz allen möglichen Arten von Oberflächen entwickeln kann, Petra erforscht es und bringt es in ihren Objekten konzentriert auf den Punkt.

 

 

 

 

Christine Möhring KeramikDie zweite Mitausstellerin ist Christine Möhring. Auch sie beschäftigt sich mit Form und Struktur, oft durch Farbigkeit betont. Auch ihre Inspiration liegt oft in der Natur. So hieß eine ihrer letzten Ausstellungen *Behausungen*. Nicht wirklich verwunderlich, dass ich auch die Arbeit dieser Keramikerin sehr schätze.

 

 

 

 

Leider kann ich keinen weiteren Überblick über die Ausstellung zeigen. Dafür ist der Ausstellungsraum zu klein und meine fotografischen Möglichkeiten sind zu begrenzt. Aber es ist sowieso viel besser, Sie gehen selber hin und schauen sich unsere Keramik Ausstellung an. Kombiniert mit einem Besuch im Töpfereimuseum absolut lohnenswert. Die Ausstellung dort über die Geschichte der Raerener Keramik ist sehr interessant und informativ und kein bisschen langweilig. Und Raeren liegt direkt hinter der deutsch-belgischen Grenze, ganz nah bei Aachen. 

Die Keramik Ausstellung der Preisträgerinnen vom Euregio Keramikmarkt 2016 läuft noch bis zum 7. Januar 2018.

 

 

 

 

Keramik AusstellungTöpfereimuseum Raeren

 

 

 

Waldspaziergang 6

 

 

 

 

Die nächste Station meines Waldspaziergangs mit Keramik. Nun im Herbst sind die Eicheln reif und fallen mit dem alten Laub zu Boden. Eine gute Zeit, um dieses Dosenobjekt aus Naked Raku Keramik vorzustellen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Denn wie man sieht, es war die Form einer Eichel, die mich zu dieser Dose aus Raku Keramik inspiriert hat. 

 

 

 

 

Die feinen Riefen der Eichel sind bei mir dunkle Linien im Naked Raku geworden.

 

 

 

 

Das Laub der ganz kleinen Eichenbäumchen von diesem Jahr ist noch grün.

 

 

 

 

Werden sie es schaffen, einmal zu dieser Größe heranzuwachsen? Das Dosenobjekt zu Füßen eines erwachsenen Baums, wie eingekuschelt in einem Hohlraum zwischen den Wurzeln.

 

 

 

 

Eingekuschelt und beschützt.

 

 

 

 

Und hier auf einem Stapel gefällter Bäume.

 

 

 

 

Ein letzter Blick von oben auf die Keramik im Herbstlaub. Die Farbharmonie zwischen den Brauntönen des Laubs und den Grautönen des Naked Raku gefällt mir sehr! 

Wird fortgesetzt.

Herbstspaziergang mit Keramik

cyanotype on ceramics

 

 

 

 

 

Ohjeohjeohje, ich habe meine Keramik Spaziergänge wirklich etwas vernachlässigt. Aber nun endlich, Waldspaziergang mit Keramik, meine virtuelle Ausstellung im Wald, fünfte Station.   

Es ist schon Herbst. Und die verschiedenen Farben und Stimmungen im Herbstwald sind sehr schön, um die unterschiedliche Wirkung im Zusammenspiel mit einer neuen Cyanotypie Keramik Schale auszuprobieren. Auch diese trägt Motive aus dem Wald. Farnblätter, ein Nachtfalter fliegt auf, eine Ameise.
Was leuchtet nun mehr, das Blau der Cyanotypie, die braunen Blätter oder der noch hellgrüne Farn?

 

 

 

 

Cyanotypie auf Keramik

 

 

 

 

 

Farbharmonie mit einem Hintergrund aus Herbstlaub.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ganz anders ist die Wirkung auf leuchtend grünem Moos, da ist der Hintergrund doch sehr dominant.

 

 

 

 

 

 

 

 

Und hier eine noch geballtere Ladung Herbst mit einem alten Baumstumpf und Pilzen zusätzlich zu Moos, Blättern und Farn. Die Naturmotive der Bildschale fügen sich ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier würden wohl der Nachtfalter und die Ameise von der Cyanotypie am liebsten leben.

 

 

 

 

 

 

 

 

Gefangen im Stacheldraht eher nicht so gerne.

 

 

 

 

 

 

 

 

Da ist dieser Zaun schon besser. Direkt dahinter geht es steil in die Tiefe, also schön auf dieser Seite bleiben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie klein ist die Schale am Fuß der alten Buche. 

Schon fast Mittag und immer noch Nebel. Die Herbsttage mit Sonnenschein sind so schön, leider kommt bei uns die Sonne nun frühestens gegen Mittag durch den Nebel. Ich möchte die letzten Tage mit viel Licht natürlich gerne noch nutzen, um weitere Cyanotypie Keramiken zu belichten. Aber die Zeit ist knapp, ich habe dann ungefähr drei Stunden bis die Sonne schon wieder zu tief steht. Das reicht für maximal drei Keramiken, je nach Größe. Und runde Gefäßformen brauchen viel länger als eine Schale. Denn ich muss sie ja rundum belichten, also nach ca. 10 Minuten immer ein Stückchen weiter drehen. Wahrscheinlich ist das nun die letzte Phase für dieses Jahr, in der ich Cyanotypien herstellen kann, mal sehen, wie viele ich noch hinbekomme. Ein paar hätte ich schon noch gerne für meine Ausstellung im November im Töpfereimuseum Raeren.

Wird fortgesetzt.

Waldlichtung mit Cyanotypie Keramik

cyanotypie keramik

 

 

Heute ist mein Waldspaziergang mit Keramik ein Sommerspaziergang, der mich auf eine Waldlichtung führt. Ich zeige in den letzten Wochen neu entstandene Cyanotypie Keramik Schalen (Infos zu Cyanotypie auf Keramik finden Sie HIER).
Das Sommerwetter der letzten Wochen war gut – sowohl zum Brennen von Raku Keramik als auch zum Belichten der entstandenen Objekte, um Cyanotypie Keramik herzustellen. 

 

 

 

 

 

Auf einem im vergangenen Winter gerodeten Waldstück entsteht neue Vegetation und auch die beiden Schalen aus Raku Keramik tragen pflanzliche Motive. Ich habe für meine neuesten Arbeiten eine Schalenform gewählt, die das umlaufende Band, das durch die Cyanotypie blau wird, mit einer glänzend schwarzen Rakuglasur im Innern kontrastiert. Das Dekorband ist in Naked Raku Technik gebrannt, damit ich einen hellen Untergrund für die Cyanotypie bekomme.

 

 

 

 

An manchen Stellen ist der Boden sogar jetzt im Juli noch roh. Da braucht es Pionierpflanzen wie die Ackerwinde. Eine Planze, die sich sehr schön zum Belichten eignet. Ich bin schließlich immer noch ganz am Anfang beim Thema Cyanotypie Keramik und muss noch viele Erfahrungen sammeln. So bin ich jedes Mal total froh über besonders gelungene Bilder.

 

 

 

 

Ist es nicht wunderschön, wie sich die Farbnuancen der Windenblüte zeigen? Blätter absorbieren das Sonnenlicht beim Belichten der Cyanotypie normalerweise komplett, aber Blüten sind teilweise durchsichtig und dementsprechend zeigen sich auf der Keramik dann verschiedene Abstufungen der blauen Farbe.

 

 

Cyanotypie Keramik

 

 

Wo Blüten sind, da finden sich Falter ein. Für die Faltermotive habe ich selbsterstellte Negative benutzt. Diese sind zum ersten Mal zum Einsatz gekommen. Auch dafür musste ich technisch ziemlich rumprobieren, z.B. bei der Bildbearbeitung und bei der Frage, wie ich das Negativ während der Belichtung auf der Keramik fixiere. Mit normalem Klebstoff geht das nämlich nicht…

 

 

Cyanotypie Keramik

 

 

Aber letztendlich habe ich eine Lösung gefunden und hier krabbelt noch ein hungriger Nachtfalter.

 

 

 

 

Der sich natürlich auch für die Windenblüten auf der anderen Schale interessiert.

 

 

 

 

Am Rande der Lichtung, dort, wo es schattiger wird, wächst Farn. Eine von mir sehr geschätzte Pflanze zur Gestaltung von Keramik, die auch als Cyanotypie sehr gut rauskommt.

 

 

 

 

Bis in die kleinste Verästelung zeigt sich das Farnblatt in der Keramik Cyanotypie.

 

 

Cyanotypie Keramik

 

 

Ein letzter Blick über die sonnige Lichtung – Fortsetzung folgt! 

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Jahresringe 2

 

 

Der *Waldspaziergang mit Keramik* geht weiter. Nochmals habe ich eine *Jahresringe* Keramik ausgewählt. Ganz selbstverständlich fügt sie sich zwischen die Bäume am Waldrand.

 

 

Jahresringe Naked Raku Keramik

 

 

Die kleinen Baumstümpfe hier haben nicht so viele Jahresringe ansammeln können.

 

 

 

 

Die Wandung dieses Naked Raku Gefäßes ist wie immer glatt poliert und es findet sich der Abdruck von Farnblättern darauf. Diese Blätter habe ich vor dem Rakubrand aufgeklebt und dann die zwei Schichten für Naked Raku (Trennengobe und Glasur) darüber aufgetragen. Auf diese Weise hat sich der Farn in die Keramik eingebrannt. Mehr Infos zu dieser Technik bei Naked Raku Keramik finden sie HIER

 

 

 

 

Auch mich fasziniert es immer wieder, wie klar sich die Umrisse der Pflanzen übertragen.

 

 

Jahresringe Naked Raku Keramik

 

 

Aber auch die Struktur des Baumstamms ist sehr gut herausgekommen. Und ja, es ist ist Absicht, dass es wie verkohltes Holz aussieht.

 

 

 

 

Allerdings ist es mir erst beim Fotografieren hier im Wald aufgefallen, dass es auch eine Analogie zwischen dem Muster gibt, das das Naked Raku gebildet hat, und der Struktur der Fichtenrinde beim echten Baum. Ein Zufallsergebnis.

 

 

 

 

Auch dieses Gefäß kann offen als Vase benutzt werden.

 

 

 

 

Und der Deckel hat währenddessen einen Platz auf einem Baumstumpf gefunden. Und dann auf noch einem, und noch einem, und noch einem… :-)

 

 

 

 

Wird fortgesetzt… 

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Waldspaziergang mit Keramik – Jahresringe

Raku Keramik Holzstruktur

 

 

 

 

Jahresringe – ich setze meinen *Waldspaziergang mit Keramik* fort. Eine virtuelle Ausstellung von Keramik, die von der mich umgebenden Natur inspiriert wurde. Präsentiert eben dort, wo ihr Ursprung liegt.

 

 

 

 

Jahresringe Raku Keramik

 

 

 

 

Es dauert so lange, bis ein Baum gewachsen ist. Und doch immerhin ein paar Jahre, bis das Holz wieder zu Erde wird. Im Vergehen werden sie umso prägnanter, die Jahresringe.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ringe und Risse eines Baumstamms, eine faszinierende Struktur. Das alte Holz als Inspiration für ein Dosenobjekt aus Naked Raku Keramik. Der Abdruck von Jahresringen und Rissen auf Oberseite und Deckel der Raku Keramik, schwarz eingeraucht beim Rakubrand. Die Gefäßwandung poliert und mit der dezenten Zeichnung des Naked Raku.

 

 

 

 

 

 

 

 

Präsentiert auf einem Sockel oder halb versteckt in trockenen Ästen und wuchernden Pflanzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wird fortgesetzt… 

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Waldspaziergang mit Keramik – eine virtuelle Ausstellung

Eine virtuelle Ausstellung. Ein Waldspaziergang zu meiner Raku Keramik.

Ich lebe auf dem Land und fühle mich sehr verbunden mit der umgebenden Landschaft und Natur, draußen bin ich einfach glücklich. Meine Umgebung schenkt mir aber noch viel mehr, sie ist mein wichtigster Inspirationsquell und manchmal auch Rohstofflieferant für keramische Arbeiten. *Mein* Wald ist der Mundwald zwischen Altrich und Wittlich, ein ganz unspektakulärer Mischwald direkt vor meiner Haustür.

Nun kam mir vor Jahren schon dieser Gedanke: Wie wirkt eine fertige Keramik eigentlich an dem Ort, der so viel zu ihrer Entstehung beigetragen hat? Kann sie dort bestehen? Den Ort der Inspiration und das, was daraus entstanden ist, zusammenführen. Eine Keramikausstellung im Wald. Aber so richtig, so in echt? Ich kann ja schlecht den Wald mieten. Wäre zwar auch nicht übel, aber aber einige Hausnummern zu groß für mich. Aber eine virtuelle Ausstellung – ein fotografischer Waldspaziergang mit Keramik, das geht!

Und warum hat es von der Idee bis zum Beginn ihrer Umsetzung ein paar Jahre gedauert?
Zum einen kamen ein paar *normale* Ausstellungen dazwischen. Zum anderen hatte ich lange die Vorstellung, ich müsse das zeitlich *am Stück* umsetzen und dafür fehlte mir einfach die – Zeit natürlich. Doch irgendwann wurde mir klar, es ist sowieso eine virtuelle Ausstellung, es sind *nur* Fotos und Texte auf meinem Blog, ich kann das nach und nach über lange Zeit machen.

Und darum eröffne ich hiermit endlich den Waldspaziergang mit Keramik!

 

 

Es muss natürlich ein Waldwächter sein, der die Ausstellung eröffnet. Schon wegen seines Namens! Ich habe HIER im Blog bereits über diese Objekte geschrieben, Ausgangspunkt und Inspiration war der Fund eines Holzstückes, ein Astansatz aus dem Stamm einer abgestorbenen Kiefer. Wunderbar ausdrucksstark sowohl in der Form als auch in der Struktur. 

Auf diesem Foto wirkt der Waldwächter wie etwas, das aus dem Waldboden heranwächst. Drumherum strahlt der Wald im Februar noch Winterruhe aus, das Totholz ruht unter der Laubschicht des Herbstes. Aber dieser Eindruck täuscht, in Wirklichkeit sind die kleinen Bewohner des Waldes, Bakterien, Pilze und Insekten auch im Winter aktiv, um aus all dem Holz und den Blättern Nahrung für den Frühling zu schaffen. Genau, wie sie auch über Jahre hinweg den hölzernen Griff des Waldwächters aus einem Stamm herausgearbeitet haben.

 

 

      

 

 

Auf einem herumliegenden Holzblock platziert, wirkt der Waldwächter dann mehr wie ein klassisches Ausstellungsstück. Auf einmal ist da diese Distanz, er ist nicht mehr ein Teil vom ganzen, sondern ein Artefakt.

 

 

 

 

 

 

Doch dann kommt die Sonne hervor, die Lichtverhältnisse ändern sich und das Astwerk im Hintergrund wirkt plötzlich dem Raku Krakelée so ähnlich. 

An diesem Waldwächter mag ich übrigens besonders seinen kleinen *Durchblick*, das kleine Fraßloch im Holz. Eröffnet nochmal ganz andere Perspektiven.

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Schluss der ersten Station noch etwas Äste-Krakelée. Fortsetzung folgt! 

Dieser Waldwächter ist übrigens in meinem Shop HIER erhältlich.

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Schwemlinger Kunsthandwerkermarkt 2016

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Schönstes winterliches Wetter zum Schwemlinger Kunsthandwerkermarkt am 2. Advent – zum ersten Mal auf dem Gelände der Gärtnerei Eden-Bohr. Diese unerschrockene Dame in Badekleidung testet die Temperatur im Schwimmteich, das Wasser war allerdings etwas zu hart zum Schwimmen. Daher bevorzugten sowohl Besucher als Aussteller auch etwas dickere Kleidung. :-)

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Sogar Susanne Bartrams Keramikfischen war es anscheinend zu kalt im Wasser.

Vergangenes Jahr war ich zum ersten Mal zum Schwemlinger Kunsthandwerkermarkt im Advent eingeladen, damals zum 25jährigen Jubiläum fand der Markt zum letzten Mal rund ums Forsthaus Merzig-Schwemlingen mitten im Wald statt. Das alte Gelände hatte eine sehr schöne, ganz besondere Atmosphäre, hatte aber auch seine Tücken für die Aussteller, weil es teilweise sehr schräg war (was habe ich letztes Jahr meine Tische unterbauen müssen, bis sie einigermaßen gerade standen!!!) und bei nassem Wetter recht matschig, wogegen dann nur noch Stroh half. Da dieser Platz nun nicht mehr zur Verfügung steht, war es aber sehr schön, dass ganz in der Nähe ein neuer gefunden wurde. Familie Bohr von der dortigen Gärtnerei erklärte sich bereit, die Markttradition fortzuführen und so waren diesmal alle ganz gespannt, wie der Markt denn auf dem neuen Gelände so sein würde.

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Er war auf alle Fälle erfolgreich, an Besuchern herrschte zwei Tage lang kein Mangel. Hier interessierte Damen am Stand von Barbara Rummel. Für uns Aussteller ist es einfacher, weil besser zu befahren, viel ebener und es gibt auch insgesamt mehr Platz. Die Atmosphäre ist anders, aber auch sehr schön. Die unterschiedlich gestalteten Gartenbereiche, in denen die Stände aufgestellt wurden, machen das Gelände irgendwie heimelig. Immer eine Gruppe Stände, dann geht es über Brücken oder Gartenpfade zum nächsten kleinen Platz mit neuen Ständen.

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Hier der Stand von Ute Matschke und Maria Meyer mit ihrem zauberhaften Keramikgeschirr, bunt und verspielt.

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Gleich daneben Franz-Josef Vancks Bildhauerkunst in Stein und Metall.

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Kraftvoll und klar ist das Design des Geschirrs vom Keramikerkollegen Hans-Georg Fischer.

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Und da gegenüber stand schließlich mein Stand.

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In der Badewanne wäre es übrigens auch nicht wärmer gewesen. :-)

Angesichts des Winterwetters bin ich ganz froh, dass der Schwemlinger Kunsthandwerkermarkt meine letzte Marktveranstaltung dieses Jahres war, jetzt ist erst einmal Pause bis Ostern in Luxemburg auf der Emaischen. Wetterunabhängig hat mein Onlineshop natürlich durchgängig geöffnet.

Cyanotypie auf Keramik – betörend blau

Naked Raku Keramik mit Cyanotypie

Endlich ist es soweit! Meine ersten betörend blauen Cyanotypien auf Naked Raku Keramik Objekten sind entstanden!

Zwei Jahre sind schon vergangen seit meinem Kurs in Cyanotypie (einem frühen fotografischen Verfahren, mehr im entsprechenden Blogbeitrag) an der Kunstakademie Trier. Selbstverständlich entstand schon damals die Idee, diese Technik auf Keramik umzusetzen. Ich habe damals auch entsprechende Versuche gemacht, um festzustellen, ob das überhaupt geht und wenn ja, wie. Nachdem mir das technische Vorgehen dann klar war, wanderte das Vorhaben allerdings erst einmal in tiefere Hirnschichten. Irgendwie fühlte ich, dass ich noch Zeit brauchte, um mir darüber klar zu werden, WIE die Umsetzung denn dann letztendlich aussehen sollte. Aber in den vergangenen Wochen war es dann endlich soweit. Auch der strahlende Sonnenschein der letzten Zeit spielte eine Rolle, denn die Cyanotypie auf Keramik braucht Licht. Denn unter dem Einfluss von Licht entwickelt sich in einem photochemischen Prozess dieses wundervolle Blau. Strahlendes Sonnenlicht ist dafür am besten geeignet.

img_6883Die Ausgangschemikalien sind interessanterweise nicht im geringsten blau. :-)

Es handelt sich um Ammoniumeisen (III)-citrat links und Rotes Blutlaugensalz rechts. Beides übrigens erfreulich ungiftig.
Diese Salze werden in destilliertem Wasser gelöst. Mit der Mischung der Lösungen entsteht eine lichtempfindliche Flüssigkeit, diese darf also nur im Dunkeln aufbewahrt werden. Unter Lichteinfluss entsteht eine stabile blaue Farbe.

Das ist übrigens schon lange bekannt, die alte Technik des Blaudrucks auf Textil beruht auf diesem Prozess. Und in den Frühzeiten der Fotografie entstand im Jahre 1841 das erste Photobuch überhaupt (über Meerespflanzen) verfasst von der Engländerin Anna Atkins. Natürlich habe ich auch recherchiert, ob es Beispiele für Cyanotypie auf Keramik gibt. Auf englisch gegooglet habe ich ein paar gefunden, aber wirklich nur ein paar. Keine in Verbindung mit Naked Raku Keramik. Doch genau diese Kombination macht die Sache für mich interessant. Auf „normaler“ niedrig gebrannter Keramik ist der Effekt nämlich ganz schön, aber in Verbindung mit den Effekten des Raku Brandes viel aufregender.

Cyanotypie auf Keramik

Bei meinen ersten Stücken nun habe ich ganz schlicht Pflanzen genutzt, um ein Photogramm zu erhalten. Ganz so wie Anna Atkins. Selbstverständlich kann ich aber auch mit Negativen arbeiten, das wird auch noch kommen.

Cyanotypie auf Keramik

Durch Teilbelichtungen kann ich mit verschiedenen Blautönen arbeiten, auch sehr reizvoll. Inspiration für diese Keramik ist ein von Farnen umwachsener Baumstumpf im Wald.

Keramik Hildegard SchemehlAm vergangenen Wochenende nun fand in Raeren in Belgien der Euregio Keramikmarkt statt und ich konnte meine ersten Keramik Cyanotypien dort präsentieren.

Zu meiner großen Freude habe ich beim diesjährigen Marktwettbewerb den 3. Preis gewonnen. Und da der Euregio Keramikpreis ein sogenannter Ankaufspreis ist, man dem Töpfereimuseum Raeren also für das Preisgeld Keramik für deren Sammlung verkauft, wird nun eine meiner ersten Keramik Cyanotypien dort im Museum stehen, das macht mich sehr glücklich. Das zweite ausgewählte Objekt ist übrigens ein *Gefäß für Gedanken*, auch das ist mir eine große Ehre.

Naked Raku Keramik mit Cyanotypie

Dies ist das für das Museum gewählte Stück, ein Dosenobjekt mit Abschluss und Deckel mit dem Abdruck von alten Eichenbalken gestaltet. Dazu dann die Cyanotypie von Eichenblättern auf Naked Raku Keramik.

Die Preisträger des Euregio Keramik Wettbewerbs (neben mir dieses Jahr Petra Wolf und Christine Möhring)gestalten im Folgejahr eine gemeinsame Ausstellung im Töpfereimuseum Raeren, dann möchte ich natürlich neue Keramiken in dieser Technik präsentieren. Es bleibt spannend. :-)

Als Schlussbild als Gegengewicht zu all dem Blau aber noch ein Bild mit in der Abendsonne rot leuchtenden Keramiken meines Kollegen John Townsend vom Euregio Keramikmarkt 2016.

John Townsend pottery

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Holzstrukturen und Raku – so faszinierend!

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Das ist Holzkohle.

Holzstrukturen in Raku Keramik

Doch DAS ist Keramik!

Holzstrukturen in Raku Keramik

Und das hier auch.

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Strukturen in Holz können von großer Schönheit sein. Schon länger locken sie mich. Neben Jahresringen fasziniert mich vor allem das Muster, das beim Verbrennen entsteht, wenn aus Holz Holzkohle wird. Und die Farbe von Holzkohle entspricht in ihrem silbrigen Antrazith ziemlich genau der beim Raku Brennen enstehenden Einfärbung durch Rauch. Nicht wirklich verwunderlich, in beiden Fällen ist es Kohlenstoff, der die Färbung bedingt.

Aber wie nun die Holzstrukturen in Raku Keramik verwirklichen? Und wie das Ganze gestalterisch umsetzen?

Glücklicherweise waren da die alten Eichenbalken unseres ehemaligen Dachstuhls. Nach dessen Erneuerung brachten wir es einfach nicht übers Herz, sie zu entsorgen, auch wenn wir nicht wirklich eine Idee haben, was wir damit anfangen sollen. Dieses alte Eichenholz hat bei der Verwitterung die gleichen Strukturen wie verbrennendes Holz entwickelt. Im Gegensatz zu Holzkohle ist es aber fest, so dass ich einen Abdruck davon nehmen kann.

Polierte Keramik

Da ich keine Gefäße gestalten wollte, die man genauso gut aus Holz hätte schnitzen oder drechseln können, entschied ich mich dann für diese hohe gedrehte Form, die als Abdeckung den Positivabdruck der Holzstrukturen erhielt. Als Variante auch mit dem Abdruck von Jahresringen. Alles sorgfältig ganz glatt poliert. Und die Keramik kann variabel verschlossen als Dosenobjekt oder geöffnet als Vasenobjekt dienen.

Dosenobjekt im Raku Brand

Im Raku Räucherfeuer durfte das „Holz“ dann schließlich doch brennen. Die Wandung ist entsprechend der Naked Raku Technik mit Trennschlicker und Glasur beschichtet, das ergibt nachher ein schönes weiches Krakelee- und Pünktchenmuster auf dem handschmeichlerisch glatt polierten Ton.

Naked Raku Keramik beim AbkühlenBeim Abkühlen zeigte sich schon die perfekte Einfärbung der Raku Holzstrukturen und die schöne Naked Raku Zeichnung der Wandung. Auf den Sägespänen sieht man die bereits abgesprungene Glasurschicht, die Trennschicht muss noch abgewaschen werden.

Dosenobjekt Naked Raku Keramik

Dieses Gefäß gefiel mir schließlich von allen am besten. Darum wurde es auch mein Beitrag zur Ausstellung „Feuerspuren“ im Keramikmuseum Westerwald in Höhr-Grenzhausen.

Ich denke, dieses Thema „Holzstrukturen“ wird meine Raku Keramik eine Weile begleiten. :-)

Dosen- oder Vasenobjekt Naked Raku Keramik

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